| Das Ganztagskonzept
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| Darstellung der
Bedarfssituation
Mit dem Ganztag verbundene Ziele Indikatoren zur Zielerreichung Zeitraster, allgemeiner Stundenplan Pflicht-, Wahlpflicht- und Wahlveranstaltungen Selbstständiges Lernen und Üben
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Darstellung der Bedarfssituation
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Die
Melanchthonschule liegt in Herne-Wanne-Nord. Die Mehrzahl der Schülerinnen
und Schüler kommt aus den Ortsteilen Bickern und Unser Fritz. Diese
Stadtteile tragen das Etikett „Stadtteil mit besonderem
Erneuerungsbedarf“, das einerseits eine großzügige Förderung durch
Land, Bund und EU ermöglicht, andererseits aber auch auf die
erheblichen Probleme hinweist. Wanne-Nord
gehört zu den am dichtesten besiedelten Gebieten des Ruhrgebiets. Die
Arbeitslosigkeit ist mit ca. 25 % deutlich über dem Durchschnitt. Auch
die Sozialhilfequote liegt um 20 % über der des übrigen Stadtgebiets. In einigen Quartieren liegt der Anteil der Migranten weit über 50 %, so dass von Gettobildung gesprochen werden kann. Der Anteil der Migranten besteht fast ausschließlich aus türkischen Bewohnern. Alle Alltagsgeschäfte lassen sich in türkischer Sprache erledigen, so dass der einzige Kontakt mit der deutschen Sprache für die Kinder und Jugendlichen in der Schule stattfindet. Der Anteil der Kinder mit Migrationshintergrund an der Melanchthonschule liegt bei etwa 65 %. Der Ganztagsbetrieb bietet die Möglichkeit alle Schülerinnen und Schüler länger der deutschen Sprache auszusetzen und ihnen somit die Chance zu geben, die im verstärkten Förderunterricht gewonnenen Fähigkeiten direkt anzuwenden. Besonders Besorgnis erregend ist der hohe Anteil Arbeitsloser bei den Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Denn auch die Chancen deutscher Kinder auf höherwertige schulische Bildungsabschlüsse werden mittlerweile immer mehr auf Grund schwieriger Familiensituationen und Überforderung der Eltern bei ihren Erziehungsaufgaben beeinträchtigt. Ein Beispiel für die erschwerten Lern- und Übungsbedingungen unserer Schüler ist der oftmals fehlende Arbeitsplatz zu Hause, so dass Hausaufgaben am Küchentisch oder auf dem Fußboden gemacht werden müssen. Auf
Grund der Perspektivlosigkeit, besonders was Ausbildung und Beschäftigung
betrifft, schließen sich immer mehr Jugendliche in ethnisch getrennten
Gruppen zusammen, in denen sie Selbstbestätigung finden können. Dieser Separation entgegenzuwirken und die Integration der verschiedenen Bevölkerungsgruppen zu fördern ist ein wesentliches Ziel der Arbeit der Melanchthonschule. Dabei helfen die guten Kontakte zu städtischen und kirchlichen Einrichtungen des Ortsteils ebenso wie die Zusammenarbeit mit Vereinen, besonders auf sportlichem Gebiet. |
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| Mit dem Ganztag verbundene Ziele |
1. Der Förderunterricht kann im
Ganztagsbetrieb sicheren und verlässlichen Raum gewinnen. Soziales Lernen
in Teilklassen, Kleingruppen, Neigungsgruppen ermöglicht neue
Perspektiven der Erziehung. 2. Die äußerst angespannte Lehrstellensituation in der Region
erfordert einen hohen Stellenwert der Berufswahlvorbereitung. Der Ganztag
bietet für die Klassen 8 bis 10 auch in seinem Wahlpflichtangebot
erweiterte Möglichkeiten, gerade zu Kooperationen mit außerschulischen
Partnern aus Industrie, Handel, Handwerk und Pflegeeinrichtungen. Betriebsbesichtigungen, Schnupper- und Kontrastpraktika
bilden ab Klasse 8 eine wichtige Säule der Berufswahlvorbereitung. 3. Gezielte, individuelle fachliche Förderung bietet die Chance, die Leistungen der Melanchthonschüler bei den
Lernstandserhebungen und zentralen Abschlussprüfungen zu verbessern. Ebenso muss sich die Zahl der Abgänger
ohne Schulabschluss verringern. 4. Schulmüdigkeit kennzeichnet sich bei uns durch Desinteresse am
Unterricht und Blaumachen. Der Ganztagbetrieb bewirkt eine Erhöhung der
Motivation der Schüler. Schule soll Lebensmittelpunkt sein, der den
Tagesablauf bestimmt und Perspektiven für eine sinnvolle
Freizeitgestaltung bietet. 5. Die meisten unserer Schülerinnen und Schüler mit
Migrationshintergrund sprechen nur in der Schule deutsch. Der Ganztag verlängert
diese Zeit durch den längeren Aufenthalt in der Schule erheblich.
Zusammen mit den gezielten Fördermaßnahmen und Angeboten werden die Fähigkeiten
in der deutschen Sprache verbessert. Die Auswirkungen sind in allen
Unterrichtsfächern zu spüren. |
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Indikatoren zur Zielerreichung
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Aus
diesen Zielen ergeben sich folgende Indikatoren: 1. signifikante Steigerung der Abgänger mit Lehrstellenangebot, 2. deutliche Verbesserung der Leistungen bei den
Lernstandserhebungen 8 und den Zentralen Prüfungen 10,
mindestens auf ein durchschnittliches Niveau, 3. Rückgang bei den Zahlen der Schul- oder Unterrichtsverweigerer, 4. zunehmende Sicherheit im Umgang mit der deutschen Sprache bei
deutschen und ausländischen Schülern, ablesbar an den Ergebnissen von
Tests und Klassenarbeiten. 5. Erhöhung der Zahl der Abschlüsse mit hohen Qualifikationen.
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| Zeitraster | allgemeiner
Stundenplan |
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Im
Bereich des (Vormittags-)Unterrichts ist der Stundenablauf nach den
plantechnischen Möglichkeiten zu rhythmisieren: Unterricht in Haupt- und
Nebenfächern wechseln sich ab, Förderstunden mit stark differenziertem,
individuellem Angebot sind sinnvoll über die Woche verteilt. In
allen Fächern werden die Möglichkeiten der Binnendifferenzierung
konsequent genutzt. Intensive Diagnose der sprachlichen und mathematischen Kompetenzen am Anfang der 5. Klasse und wiederkehrend in der Erprobungsstufe bestimmen die Einteilung der Schüler in die verschiedenen Fördermaßnahmen und sorgen für eine individuelle Bereitstellung von Fördermaterialien. |
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| Fachliche Lernangebote |
Der
Unterricht in den Hauptfächern folgt den Empfehlungen der Kernlehrpläne,
diese sind gerade überarbeitet worden (siehe Schulprogramm). Das
neu gestaltete Förderkonzept beschreibt detailliert die verschiedenen Fördermaßnahmen
unter Einbeziehung des Ganztagsbetriebs (siehe Schulprogramm). Beim
Lernen im Klassenverband wird Heterogenität als Chance erkannt.
Selbstlernmethoden und soziales Lernen nehmen einen breiten Raum ein.
Methoden- und Sozialtraining sind mit eigenen Stunden in der Stundentafel
der 5. und 6. Klasse vertreten. Die
Melanchthonschule folgt dabei den fünf Grundbedingungen des erfolgreichen
Lernens nach Norm GREEN: - Psychische und physische Sicherheit -
Individualität -
Zugehörigkeit -
Kompetenz -
Sinnhaftigkeit |
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| Tagesablauf |
Das Mittagessen entspricht den Anforderungen an eine ausgewogenen und gesunde Ernährung. Es wird in der Schule frisch zubereitet und besteht aus einem Hauptgericht, frischem Salat, einem Getränk und Nachtisch. Bei
der Aufsicht während des Essens und bei der Hausaufgabenbetreuung
arbeiten wir mit Mitarbeitern der GfS - Gesellschaft freie Sozialarbeit
zusammen. Die bisherige
Kooperation ist erfolgreich, die Mitarbeiter sind
engagiert und zuverlässig. Die Arbeit mit dem Träger sichert die Verlässlichkeit
der Maßnahme; die GfS stellt im Krankheitsfall Aushilfe. Die Finanzierung
erfolgt aus dem kapitalisierten Stellenanteil des Ganztagszuschlags. Die
Mittagsfreizeit hat in der Ganztagsschule eine zentrale Bedeutung. Sie
unterbricht das Lernen in den Fächern und ermöglicht individuelle
Erfahrungen, die im sonstigen Leben der Schülerinnen und Schüler heute
in der Regel nicht mehr gemacht werden können. Es muss gleichzeitig auf
die individuellen Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler nach
Bewegung oder Ruhe, nach Kreativität und Kommunikation, nach Lernen und
Entspannen eingegangen werden. Zur
Zeit bestehende Angebote: Eine
wichtige Rolle spielt das offene Angebot der Schulsozialarbeiterinnen.
Zentrale Kennzeichen sind: ein festes Büro, wenig gebundene Zeit =
jederzeitige Gesprächsmöglichkeit. |
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| Pflicht-, Wahlpflicht- und Wahlveranstaltungen |
Alle
Angebote dieser Bereiche beziehen sich auf die beiden Förderschwerpunkte
der Melanchthonschule Sprachförderung und Förderung der sozialen
Kompetenzen. So muss ein ausgewogenes Verhältnis der hier besonders
geeigneten Handlungsschwerpunkte Kultur und Sport herrschen. Kulturelle
Bildung will Sensibilität schulen, Individualität und Gestaltungsfähigkeit
fördern, Erfindungsgeist, Tatendrang und Neugier wecken und die sozialen
und ästhetischen Kompetenzen von Kindern und Jugendlichen erweitern.
Neben Fantasie und Kreativität fördert sie im gemeinsamen Arbeiten an
einem Projekt auch soziale Verantwortung und Teamfähigkeit. Besonders
interdisziplinäre Projekte eignen sich, unterschiedliche Fähigkeiten
aufzugreifen – von Jugendlichen mit und ohne deutschen Pass, von solchen
mit und ohne Behinderung, von temperamentvollen und ruhigen, von
sprachgewandten und stillen. Hier
bringen außerschulische Kooperationspartner mit ihren speziellen
Kompetenzen, anderen pädagogischen Ideen und Formaten frischen Wind in
unsere Schule. Auf
sportlichem Terrain sind die Disziplinen interessant, die die persönlichen
Kompetenzen unserer Schülerinnen und Schüler stärken. Es gibt offene
Bewegungsangebote und traditionelle Sportarten. Besonders befördert
werden sollen freizeitrelevante Sportarten, die das oft einseitige
Freizeitverhalten unserer Schüler erweitern können. Bestehende
Angebote sind: -
Schulchor -
Tanz-AG -
Paper-Art -
Patchwork-AG -
Zusammenarbeit zwischen Kunstunterricht und
Jugendkunstschule Wanne -
Fußball-AG -
Basketball-AG - Kochen - Garten-AG - Theater-AG - Mofa-Führerschein - Radio-Werkstatt - Taekwondo-AG - Computer-AG - Streitschlichtung - sozialpädagogische Angebote nach den Bedürfnissen der Schülerinnen
und Schüler Alle Angebote werden so
ausgesucht, dass sie den Fachunterricht unterstützen und die deutsche
Sprache trainieren. Eine
Sonderfunktion hat der Wahlpflichtbereich der 9. Klassen. Hier ist
der Schwerpunkt auf Berufswahlorientierung gelegt. Die Fächer des
Bereichs Arbeitslehre bilden den Grundstock für eine intensive
Auseinandersetzung mit der Arbeitswelt (siehe Berufswahlkonzept im
Schulprogramm). |
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| Selbstständiges Lernen und Üben |
Das
selbstständige und eigenverantwortliche Lernen und Arbeiten nach dem
Konzept von Heinz Klippert und das kooperative Lernen nach Norm Green sind
die Inhalte des Faches Methodentraining, das zweistündig im Plan der 5.
und 6. Klasse eingeführt ist. Die hier erlernten Kompetenzen sind die
wichtige Voraussetzung für die optimale Nutzung der Arbeitstunde nach der
Mittagspause. Auch im Selbstlernzentrum, das mittelfristig in Verbindung
mit der Schülerbücherei aufgebaut werden soll, und im Computerraum, z.
B. bei der eigenständigen Recherche im Internet, sind diese Kompetenzen
unverzichtbar. Zu guter Letzt bereitet dieser Unterricht auf ein
lebenslanges Lernen vor – Selbstlernkompetenz ist heute gleichzusetzen
mit Lebenstüchtigkeit. Die
Schulsozialarbeit dient den Schülerinnen und Schülern als weitere
Orientierungshilfe. Sie bietet Unterstützung bei schulischen Konflikten,
aber auch bei solchen im Elternhaus oder vor Gericht.
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